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Staatssekretärin Morgan zum gestrigen Abschluss der VN-Klimakonferenz in Bonn

17.06.2022 - Pressemitteilung

Zum gestrigen Abschluss der VN-Klimakonferenz in Bonn sagte Staatssekretärin Jennifer Morgan heute (17.06):

In den vergangenen zwei Wochen ist die Welt nach Bonn gekommen, um gemeinsam Wege zu finden, um die Klimakrise zu bekämpfen und die dramatischen Auswirkungen auf unseren Planeten abzumildern. Niemandem muss mehr gesagt werden, wie todernst die Lage ist und wie katastrophal die Folgen, wenn wir jetzt nicht entschlossen handeln. Wir haben uns in den vergangenen zwei Wochen mit unserer gesamten Kraft dafür eingesetzt, dass wir zusammen als Weltgemeinschaft Fortschritte machen. Am Ende sind wir nicht so weit gekommen, wie wir wollten. Ich kann die Enttäuschung und Frustration vieler Menschen verstehen, die sich mehr erhofft hatten – auch wir als Bundesregierung wollten mehr.

Wir werden jetzt aber nicht den Kopf in den Sand stecken – im Gegenteil. Es liegt noch viel Arbeit vor uns und diese werden wir tatkräftig angehen. Im Juli laden wir die Welt nach Berlin zum Petersberger Klimadialog ein, um gemeinsam über die konkreten nächsten Schritte zu beraten. Wir tun alles, damit die COP27 in diesem Jahr zu einem Katalysator für den weltweiten Klimaschutz wird und eine zentrale Wegmarke, um die Welt auf den 1,5-Grad Pfad zu führen.

Hintergrund:

Regierungsvertreter*innen aus aller Welt haben sich vom 6. bis 16. Juni in Bonn getroffen, um auf Arbeitsebene die 27. Weltklimakonferenz in Sharm el-Sheikh, Ägypten, vorzubereiten. Es war das erste Treffen nach Abschluss der UN-Klimakonferenz in Glasgow, auf der wegweisende Beschlüsse für mehr Ambition und Tempo beim Klimaschutz getroffen wurden. Die Regierungsvertreter/innen haben in Bonn begonnen, erste Textvorschläge zu erarbeiten, um die Beschlüsse von Glasgow umzusetzen und damit die Grundlage für die Verhandlungen auf Ministerebene bei der COP27 in Ägypten zu legen. Ziel der Verhandlungen in Bonn war es, Fortschritte in allen Schlüsselfeldern des Paris Abkommens zu vorzubereiten: Minderung, Anpassung, Verluste und Schäden sowie die Unterstützung – insbesondere Finanzierung – für Entwicklungsländer.

Die Verhandlungen haben Fortschritte gebraucht, waren in wichtigen Teilbereichen aber langsamer und schwieriger als erwartet. So gab es unterschiedliche Ansichten über das weitere Vorgehen bei der Bewältigung von Verlusten und Schäden oder bei der konkreten Ausgestaltung des Arbeitsprogramms, um die notwendige Emissionsminderung von 45 Prozent bis 2030 zu erreichen. Die deutsche G7 Initiative, einen globalen Schutzschirm gegen Klimarisiken einzurichten, wurde mit viel Interesse aufgenommen. Es ist eine Priorität für Deutschland, die EU und viele andere Staaten, dass das Arbeitsprogramm schnell auf den Weg gebracht wird, um die globale Energiewende voranzutreiben. Im Bereich der Anpassung bestand Einigkeit, dass nationale Strukturen gestärkt werden müssen und mehr Unterstützung erforderlich ist, damit Staaten eigene Anpassungspläne erstellen können.

Ein sehr positives Element des Treffens waren die zahlreichen Workshops, Roundtables und weitere Formate, bei denen intensiv und ausgiebig diskutiert werden konnte, was erheblich das Verständnis über die jeweiligen Positionen der Delegationen und über die Besonderheiten der verschiedenen Länder und Regionen verbessert hat. Das hat Vertrauen und Teamspirit gestärt und ist eine gute Basis für die weiteren Arbeiten und zusätzlichen Workshops, die noch für dieses Jahr vereinbart wurden. Angesichts der Dringlichkeit des Handelns, um das 1,5-Grad-Ziel in Reichweite zu halten und die Resilienz in allen Regionen der Welt zu verbessern, müssen die Arbeiten deutlich intensiviert und beschleunigt werden.

Deutschlands Ziel für die COP27 ist es, die globale Energiewende voranzubringen, die Solidarität gegenüber den vulnerablen Staaten zu stärken und greifbare Fortschritte zu machen sowie die Finanzströme weltweit daran auszurichten, die globale Erwärmung bei 1,5 Grad zu stoppen.

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